USB-C ist die Form des Steckers. Power Delivery (PD) ist das Ladeprotokoll, das über diesen Stecker läuft. Ein „PD-Kabel“ als eigene Kabelart gibt es deshalb nicht. Es gibt USB-C-Kabel, die für eine bestimmte Stromstärke und damit eine bestimmte Leistung ausgelegt sind. Für ein Smartphone wie das iPhone 15 oder eine Powerbank mit 20 W reicht ein ordentliches USB-C-auf-USB-C-Kabel mit 60 W. Teurer wird es erst, wenn du Laptops mit mehr als 60 W laden oder große Datenmengen übertragen willst. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf achten musst und wie du Fehlkäufe vermeidest.
Kurz gesagt
- USB-C ist der Stecker, PD ist die Sprache. Ladegerät und Gerät handeln über PD aus, wie viel Leistung fließt.
- Bis 60 W genügt jedes ordentliche USB-C-Kabel mit 3 A. Für 100 W und mehr braucht das Kabel 5 A und einen E-Marker-Chip.
- Fürs iPhone 15 und 20-W-Powerbanks bringt ein 240-W-Kabel keinen Vorteil: Das Gerät nimmt nur, was es anfordert.
- Laden und Daten sind zwei Paar Schuhe. Ein „100 W“-Aufdruck verrät nichts über die Datenrate.
- Das CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel. GS, TÜV oder das offizielle USB-IF-Logo sagen mehr über die Qualität.
Inhaltsverzeichnis
- USB-C ist der Stecker, Power Delivery das Protokoll
- Was ein Kabel für Power Delivery mitbringen muss
- Laden und Datenübertragung: zwei getrennte Fragen
- USB-C am iPhone 15: welches Kabel du brauchst
- Powerbank und iPhone 15: so passt alles zusammen
- EU-Pflicht für USB-C: einheitlicher Stecker, unterschiedliche Kabel
- Sicher laden: woran du ein gutes Kabel erkennst
- Unsere Sicht: Weniger Kabelsalat, mehr Klarheit
- Die passende Powerbank für dein iPhone 15
- Häufige Fragen
- Quellen
USB-C ist der Stecker, Power Delivery das Protokoll
Die Verwirrung ist verständlich. Im Handel steht „USB-C PD Kabel“ auf der Verpackung, als wäre das eine eigene Produktklasse. Technisch sind es zwei verschiedene Ebenen.
USB-C beschreibt die Steckverbindung: oval, verdrehsicher, auf beiden Seiten gleich. Der TÜV-Verband bringt es auf den Punkt: USB-C beschreibt nur die Steckerform und sagt für sich genommen nichts über die elektrischen Eigenschaften aus.

USB Power Delivery ist ein Kommunikationsprotokoll. Ladegerät und Endgerät tauschen sich darüber aus, welche Spannung und welche Stromstärke passen. Laut USB-IF, dem Gremium hinter dem USB-Standard, handeln beide Seiten die Leistung aus. Das Gerät bezieht nur so viel, wie es anfordert. Deshalb zwingt ein starkes Netzteil dein Smartphone nicht zu mehr Leistung, als es verträgt.
Die Folge für dich: Ein USB-C-Anschluss beherrscht nicht automatisch PD. Damit Schnellladen klappt, müssen drei Dinge zusammenpassen:
- Die Quelle, also Netzteil oder Powerbank, muss PD anbieten.
- Das Kabel muss die ausgehandelte Stromstärke sicher übertragen können.
- Das Endgerät muss PD verstehen und die Leistung anfordern.
Das schwächste Glied bestimmt das Tempo. Ein 100-W-Netzteil an einem Smartphone, das 20 W annimmt, lädt mit rund 20 W. Ein 20-W-Netzteil an einem Laptop, der 65 W braucht, lädt langsam oder gar nicht.
Was ein Kabel für Power Delivery mitbringen muss
Das Kabel selbst „spricht“ kein PD im engeren Sinn. Es leitet die Kommunikation weiter und muss die Leistung aushalten. Entscheidend sind zwei Werte: die maximale Stromstärke und, ab einer bestimmten Leistung, ein kleiner Chip im Stecker.
3 A oder 5 A: die Stromstärke entscheidet
Leistung ist Spannung mal Stromstärke. Bei PD liegt die höchste Standardspannung bei 20 V. Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung:
- 20 V × 3 A = 60 W
- 20 V × 5 A = 100 W
Nach den Angaben der USB-IF übertragen Standardkabel bis 3 A maximal 60 W. Alles darüber verlangt ein Kabel für 5 A mit E-Marker.
Der E-Marker: der Ausweis im Stecker
Ein E-Marker ist ein kleiner Chip im USB-C-Stecker. Er meldet dem Ladegerät, was das Kabel kann: Stromstärke, Leistungsklasse und Datenfähigkeit. Fehlt der Chip, geht das Netzteil sicherheitshalber von 3 A aus. Ein 100-W-Laptop-Netzteil drosselt dann auf 60 W, selbst wenn das Kabel dicker aussieht.
PD 3.1 und 240 W
Mit der Version PD 3.1 hat die USB-IF den Bereich nach oben erweitert. Zusätzliche feste Spannungsstufen von 28 V, 36 V und 48 V ermöglichen bis zu 140 W, 180 W beziehungsweise 240 W. Das betrifft vor allem leistungsstarke Notebooks und Monitore, nicht dein Smartphone.
Die Kabelklassen im Überblick
| Kabelklasse | Stromstärke | Max. Leistung | E-Marker | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Standard 60 W | 3 A | 60 W | nicht nötig | Smartphone, Tablet, Powerbank, Kopfhörer |
| 100 W | 5 A | 100 W | erforderlich | Notebooks, Tablets mit hoher Ladeleistung |
| 240 W (PD 3.1 EPR) | 5 A | 240 W | erforderlich | Gaming-Notebooks, Workstations, Monitore |
Die USB-IF zertifiziert Kabel und vergibt dafür offizielle Logos mit 60 W oder 240 W. Die Richtlinien für die Logo-Nutzung erlauben das Logo nur auf Kabeln, die tatsächlich geprüft und gelistet sind. Wenn du dieses Logo auf der Verpackung findest, ist die Wattangabe verlässlich.
Laden und Datenübertragung: zwei getrennte Fragen
Hier passieren die meisten Fehlkäufe. Die Wattzahl auf einem Kabel sagt nichts darüber aus, wie schnell es Daten überträgt. Die c’t hat das in ihrer Analyse zu USB-C-Kabeln deutlich gemacht: Kabel mit wenigen Leitungen sind dünner, günstiger und biegsamer. Sie schaffen aber oft nur USB-2.0-Tempo mit 480 Mbit/s oder laden ausschließlich. USB4 erreicht mit passenden Kabeln bis zu 40 Gbit/s, braucht dafür aber zusätzliche, vollständig beschaltete und geschirmte Leitungen.
Das Fachmagazin connect warnt ebenfalls: Je weniger genaue Angaben die Produktbeschreibung enthält, desto eher hast du ein reines Ladekabel in der Hand.
So entscheidest du schnell:
| Was du vorhast | Worauf du achtest |
|---|---|
| Smartphone oder Powerbank laden | Wattangabe (60 W reicht), USB-C auf USB-C |
| Notebook laden | 100 W oder 240 W, E-Marker |
| Fotos und Videos aufs Notebook kopieren | Datenrate zusätzlich prüfen (USB 3.x oder höher) |
| Externe SSD anschließen | USB 3.2 oder USB4, kurze Kabellänge |
| Monitor betreiben | DisplayPort Alt Mode, USB4 oder Thunderbolt |
Für den Alltag bedeutet das: Wenn du nur laden willst, ist ein dünnes, flexibles 60-W-Kabel oft die angenehmere Wahl. Es passt besser in die Tasche und knickt weniger. Für Datenarbeit lohnt sich ein separates, klar spezifiziertes Kabel.
USB-C am iPhone 15: welches Kabel du brauchst
Seit dem iPhone 15 setzt Apple auf USB-C statt Lightning. Deine alten Lightning-Kabel passen nicht mehr, dafür kannst du nun dieselben Kabel nutzen wie für Android-Smartphones, Tablets und viele Notebooks.
Apple beschreibt in seiner Anleitung zum Schnellladen, dass du für das iPhone 15 und neuer ein USB-C-Kabel und ein Netzteil mit mindestens 20 W brauchst. Damit lädt das iPhone in rund 30 Minuten auf etwa 50 Prozent. Ein Netzteil mit mehr Leistung schadet nicht, beschleunigt den Ladevorgang aber nicht über das hinaus, was das iPhone anfordert.
Das heißt konkret:
- Ein USB-C-auf-USB-C-Kabel mit 60 W deckt das iPhone 15 vollständig ab.
- Ein 100-W- oder 240-W-Kabel funktioniert genauso, bringt am iPhone aber kein höheres Tempo.
- Ein USB-A-auf-USB-C-Kabel lädt zwar, aber ohne Power Delivery. Schnellladen über PD läuft nur über USB-C auf beiden Seiten.
Ein oft übersehenes Detail: Der USB-C-Anschluss am iPhone 15 kann auch selbst Strom abgeben. Laut Mac Life lädt das iPhone 15 kleines Zubehör wie AirPods oder eine Smartwatch über das Kabel. Praktisch, wenn unterwegs der Kopfhörer schlappmacht.
Powerbank und iPhone 15: so passt alles zusammen
Bei einer Powerbank gilt dieselbe Logik wie beim Netzteil. Bietet sie 20 W über USB-C Power Delivery, holst du mit einem 60-W-Kabel die volle Leistung heraus. Mehr musst du nicht ausgeben.
Viele Nutzer fragen sich, ob kabellos oder per Kabel schneller geht. Die Antwort hängt vom Standard ab. Wie sich Qi und MagSafe im Alltag unterscheiden, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu Qi oder MagSafe beim Laden. Kurz: Per Kabel mit 20 W PD bist du in der Regel am schnellsten, magnetisch kabellos am bequemsten.
Drei Praxistipps für unterwegs:
- Kurzes Kabel einpacken. 20 bis 50 cm reichen für Powerbank und Smartphone in der Tasche und verheddern sich nicht.
- Wärme vermeiden. Lade nicht unter Kissen, auf dem Bett oder in praller Sonne. Der TÜV-Verband nennt abgedeckte Geräte und direkte Sonne als Faktoren, die die Wärmeabfuhr verschlechtern.
- Akku schonen. Derselbe Ratgeber empfiehlt, den Ladezustand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent zu halten.
Wenn du viel reist und mehr als eine Powerbank dabeihast, lohnt sich ein Blick auf unsere Hinweise zum Mitnehmen mehrerer Powerbanks, vor allem vor Flugreisen.
EU-Pflicht für USB-C: einheitlicher Stecker, unterschiedliche Kabel
Die EU hat den USB-C-Anschluss zum gemeinsamen Standard gemacht. In Deutschland wurde die Regel über eine Änderung des Funkanlagengesetzes umgesetzt. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete das damals mit rund 11.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr durch Ladegeräte und durchschnittlich drei Ladegeräten pro EU-Verbraucher.
Seit dem 28. Dezember 2024 gilt die Pflicht für Smartphones, Tablets, Kopfhörer und Kameras. Seit dem 28. April 2026 müssen auch neue Notebooks per USB-C ladbar sein.
Wichtig: Die Regel vereinheitlicht den Stecker, nicht die Kabelqualität. Ein Kabel, das in dein Notebook passt, liefert nicht automatisch dessen 65 oder 100 W. Genau deshalb ist die Frage nach Watt, E-Marker und Datenrate heute wichtiger als früher.
Sicher laden: woran du ein gutes Kabel erkennst
Ein billiges Kabel kann mehr kosten als ein paar Euro. Der TÜV-Verband warnt vor ungeprüften Billigprodukten, denen Schutzmechanismen fehlen können. Minderwertige Ladetechnik und defekte Kabel erhöhen das Risiko von Akkuschäden und Bränden.
Achte beim Kauf auf diese Punkte:
- Klare Herstellerangaben: Name des Herstellers, Stromstärke (3 A oder 5 A), Wattzahl, PD-Unterstützung und gegebenenfalls Datenrate.
- Unabhängige Prüfzeichen: Die Verbraucherzentrale erklärt, dass das GS-Zeichen mehr Sicherheit bietet als das CE-Zeichen.
- CE richtig einordnen: CE ist grundsätzlich eine Erklärung des Herstellers. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt davor, es mit einer unabhängigen Prüfung zu verwechseln, und weist auf gefälschte CE-Kennzeichnungen hin.
- USB-IF-Logo: Ein zertifiziertes 60-W- oder 240-W-Logo zeigt, dass die Leistungsangabe geprüft wurde.
Und im Alltag: Wird ein Kabel ungewöhnlich heiß, ist die Isolierung beschädigt oder sitzt der Stecker locker, tausche es sofort aus. Flicke es nicht mit Isolierband. Wenn dein Smartphone oder deine Powerbank beim Laden spürbar heiß wird, sich aufbläht oder riecht, trenne sie vom Strom und lass das Gerät vom Hersteller oder einer Fachwerkstatt prüfen, bevor du es weiter nutzt. Eine ausgediente Powerbank gehört nicht in den Hausmüll: Wo du sie abgibst, steht in unserem Ratgeber zum Entsorgen von Powerbanks.
Unsere Sicht: Weniger Kabelsalat, mehr Klarheit
Wir entwickeln Powerbanks für Menschen, die viel unterwegs sind: Studierende zwischen Hörsaal und Bibliothek, Berufstätige zwischen Terminen, Reisende mit hohem Akkuverbrauch. In den Fragen, die uns erreichen, taucht eines immer wieder auf: Viele kaufen ein teures 240-W-Kabel für ihr Smartphone, weil sie glauben, es lade schneller. Das tut es nicht.
Unsere Empfehlung ist deshalb bewusst schlicht. Für ein Smartphone und eine Powerbank mit 20 W USB-C Power Delivery reicht ein gutes 60-W-Kabel. Investiere lieber in Qualität als in Wattzahlen, die dein Gerät nie abruft.
Noch einfacher wird es ohne Kabel. Deshalb setzen wir auf magnetisches Laden: Du setzt die Powerbank an die Rückseite deines MagSafe-kompatiblen iPhones, sie richtet sich selbst aus und lädt kabellos mit 15 W. Wenn es schnell gehen muss, nutzt du den USB-C-Ausgang mit 20 W Power Delivery. Mit Pass-Through-Charging lädst du Powerbank und Smartphone gleichzeitig an einem Netzteil, ein Kabel für beides. Unsere Multi-Protect-Sicherheitsfunktionen schützen dabei beim Laden.
— Рома
Die passende Powerbank für dein iPhone 15
Wenn du dein Smartphone unterwegs ohne Kabelsalat laden willst, sind unsere Aluminium-Powerbanks gemacht für genau diesen Alltag:
- EVOQEN AERO: 5.000 mAh, nur 6,9 mm flach, ideal für Hosentasche und Uni-Tag.
- EVOQEN TITAN: 10.000 mAh für lange Reisetage. Beide Modelle zusammen bekommst du im Duo-Set AERO und TITAN.
- EVOQEN HSONE: die Hochglanzvariante für 49,90 €.
Alle Modelle laden magnetisch kabellos mit 15 W, per Kabel mit 20 W USB-C Power Delivery, zeigen den Ladestand per LED-Display und haben eine Anti-Fingerprint-Oberfläche. Wir versenden aus Deutschland, kostenlos und mit Sendungsverfolgung. Du hast 30 Tage freiwilliges Rückgaberecht und deutschen Support.
Häufige Fragen
Brauche ich ein spezielles PD-Kabel für Schnellladen?
Nein. Jedes ordentliche USB-C-auf-USB-C-Kabel mit 3 A überträgt bis zu 60 W per Power Delivery. Das reicht für Smartphones, Tablets und Powerbanks mit 20 W. Ein spezielles Kabel mit E-Marker brauchst du erst ab 100 W, etwa für Notebooks.
Lädt ein 240-W-Kabel mein iPhone 15 schneller?
Nein. Das iPhone fordert seine Leistung selbst an, und Ladegerät und Telefon handeln sie über PD aus. Ein 240-W-Kabel lädt genauso schnell wie ein gutes 60-W-Kabel, ist aber meist dicker und teurer.
Kann ich mein altes USB-A-auf-USB-C-Kabel weiter nutzen?
Ja, es lädt dein iPhone 15 oder Android-Smartphone. Power Delivery funktioniert darüber aber nicht, das Laden dauert also länger. Für Schnellladen brauchst du USB-C auf beiden Seiten und ein Netzteil oder eine Powerbank mit PD.
Woran erkenne ich, ob ein Kabel Daten schnell überträgt?
Schau auf die Angabe der Datenrate oder des Standards, zum Beispiel USB 3.2 oder USB4. Fehlt sie, ist es oft ein reines Ladekabel oder eines mit USB-2.0-Tempo von 480 Mbit/s. Die Wattzahl allein sagt darüber nichts aus.
Ist das CE-Zeichen ein Beweis für ein sicheres Kabel?
Nein. CE ist grundsätzlich eine Erklärung des Herstellers, keine unabhängige Prüfung. Mehr Orientierung geben Prüfzeichen wie GS oder TÜV sowie das offizielle USB-IF-Logo für zertifizierte Kabel.
Quellen
- USB-IF: USB Charger (USB Power Delivery)
- USB-IF: Cables and Connectors
- USB-IF: Cable Power Rating Logo Usage Guidelines
- c’t: USB-C-Kabel
- connect: So erkennen Sie USB-C-Highspeed-Kabel
- Apple Support: iPhone schnell aufladen
- Mac Life: USB-C am iPhone 15 kann Accessoires laden
- BMWE: Änderung des Funkanlagengesetzes
- heise: Notebooks müssen per USB-C laden
- TÜV-Verband: Smartphone sicher laden
- Verbraucherzentrale: Produktsicherheit beim Online-Shopping
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: CE-Kennzeichnung
