PPS vs. PD: Der Unterschied beim USB-C-Schnellladen erklärt

Titelbild zum Thema USB-C-Schnellladen

PPS und PD sind keine Konkurrenten. Du musst dich also nicht zwischen beiden entscheiden. USB Power Delivery (PD) ist das Schnellladeprotokoll für USB-C. PPS (Programmable Power Supply) ist eine Erweiterung innerhalb von PD 3.0. Mit klassischem PD wählt das Gerät eine feste Spannungsstufe. Mit PPS kann es die Spannung in feinen Schritten nachregeln. Das bringt weniger Abwärme und bei manchen Smartphones die höchste Ladestufe. Hier erfährst du, wie beide arbeiten, wann PPS wirklich zählt und worauf du bei Netzteil, Kabel und Powerbank achten solltest.

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Kurz gesagt

  • PD ist der Standard für das Laden über USB-C. Es arbeitet mit festen Spannungsstufen wie 5, 9, 15 und 20 Volt.
  • PPS gehört zu PD 3.0. Es passt Spannung und Strom laufend in kleinen Schritten an.
  • Kompatibel: Ein PPS-Netzteil lädt jedes PD-Gerät. Ohne PPS auf beiden Seiten wird eben mit normalem PD geladen.
  • PPS lohnt sich vor allem bei Smartphones, deren höchste Schnellladestufe ausdrücklich PPS voraussetzt.
  • Genauso wichtig sind ein passendes Kabel, ehrliche Watt-Angaben und geprüfte Sicherheit.

Inhaltsverzeichnis

Was USB Power Delivery (PD) eigentlich ist

USB Power Delivery ist ein Protokoll, mit dem Netzteil und Gerät vereinbaren, wie viel Leistung über das USB-Kabel fließt. Das Elektronik-Kompendium beschreibt USB-PD als eigene Spezifikation, die vom eigentlichen USB-Datenstandard unabhängig ist. Die Idee dahinter: ein universelles Netzteil für Smartphone, Tablet und Notebook.

Das Prinzip ist einfach. Beim Einstecken meldet das Netzteil, welche Spannungsprofile es kann. Das Gerät wählt eins aus und bestätigt es. Erst dann erhöht das Netzteil die Spannung. Ohne diese Absprache bleibt es bei den sicheren 5 Volt.

Klassisches PD arbeitet mit festen Spannungsstufen. Die üblichen Stufen sind 5 V, 9 V, 15 V und 20 V. Ein Smartphone nimmt meist 9 V, ein Notebook braucht 20 V. Mit PD 3.1 kamen zusätzliche höhere Stufen für sehr leistungshungrige Geräte dazu, laut den Hinweisen der SGD Süd sind damit bis zu 240 W möglich.

Für dich als Nutzer ist PD heute der Normalfall. Das Testteam von heise weist darauf hin, dass Smartphones und Tablets sich per USB-C und Power Delivery laden lassen müssen. Wer heute ein neues Smartphone kauft, bekommt also praktisch immer PD dazu.

Was USB Power Delivery (PD) eigentlich ist — overview diagram

Was PPS anders macht

PPS steht für Programmable Power Supply. Laut IEEE Technology Navigator ist PPS eine Erweiterung der PD-3.0-Spezifikation. Ladegerät und Gerät handeln dabei eine stufenlos veränderbare Ausgangsspannung aus.

Feste Stufen gegen feine Schritte

Der Kern des Unterschieds liegt in der Feinheit. Bei klassischem PD gibt das Netzteil zum Beispiel 9 V aus. Der Akku im Smartphone braucht aber gerade vielleicht nur rund 4 V. Die Differenz muss die Ladeelektronik im Handy selbst herunterregeln. Das erzeugt Wärme direkt im Gerät.

Mit PPS fragt das Smartphone genau die Spannung an, die es gerade braucht. Laut der Präsentation des USB-IF zu Power Delivery geschieht das in Schritten von 20 mV bei der Spannung und 50 mA beim Strom. Das Gerät erneuert diese Anfrage regelmäßig, spätestens alle 10 Sekunden. So folgt die Leistung dem Ladezustand des Akkus fast in Echtzeit.

Vergleich fester PD-Stufen und feiner PPS-Schritte

Warum das für deinen Akku zählt

Weniger Umwandlung im Gerät heißt weniger Abwärme im Gerät. Die Wärme entsteht stattdessen im Netzteil, und dort stört sie weniger. Ein kühlerer Akku lädt schneller und länger im hohen Tempo, weil das Smartphone seltener drosseln muss. Wärme gilt zudem als einer der Faktoren, die Akkus altern lassen. PPS ist also kein Turbo-Knopf, sondern vor allem eine effizientere Art, dieselbe Leistung zu übertragen.

PD und PPS im direkten Vergleich

Merkmal USB PD (feste Profile) PPS (Teil von PD 3.0)
Was es ist Schnellladeprotokoll für USB-C Erweiterung innerhalb von PD 3.0
Spannung Feste Stufen: 5 V, 9 V, 15 V, 20 V Stufenlos in 20-mV-Schritten
Strom Fest je Profil In 50-mA-Schritten anpassbar
Absprache Einmal beim Verbinden, bei Bedarf neu Laufend, mindestens alle 10 Sekunden
Wärme im Gerät Höher, da das Gerät selbst umwandelt Geringer, da das Netzteil anpasst
Typische Geräte Smartphones, Tablets, Notebooks, Powerbanks Vor allem Smartphones mit Höchstladestufe
Kompatibilität Universell bei USB-C Fällt bei Bedarf auf normales PD zurück

Die Tabelle zeigt: PPS ersetzt PD nicht. Ein Netzteil mit PPS kann immer auch die festen PD-Profile. Umgekehrt gilt das nicht.

Abwärtskompatibilität: Was passiert, wenn nur eine Seite PPS kann?

Diese Frage stellen sich viele, bevor sie ein neues Netzteil kaufen. Die gute Nachricht: Es geht nichts kaputt, und es lädt immer.

Das USB-IF erklärt bei der Einführung zertifizierter Schnellladegeräte, dass diese Ladegeräte PPS unterstützen und dabei mit bestehenden PD-Geräten kompatibel bleiben. In der Praxis ergeben sich drei Fälle:

  1. Netzteil mit PPS, Gerät mit PPS: Beide nutzen die fein geregelte Spannung. Das ist die effizienteste Kombination.
  2. Netzteil mit PPS, Gerät nur mit PD: Das Netzteil arbeitet mit den festen Profilen. Das Gerät lädt so schnell wie mit jedem anderen PD-Netzteil gleicher Leistung.
  3. Netzteil nur mit PD, Gerät mit PPS: Das Gerät lädt über ein festes PD-Profil. Bei manchen Smartphones bleibt die höchste Schnellladestufe dann aus, das Laden ist aber trotzdem flott.

Die volle Wirkung von PPS bekommst du also nur, wenn beide Seiten es unterstützen. Wer tiefer in die Unterschiede zwischen Stecker, Kabel und Protokoll einsteigen will, findet eine gute Übersicht zu USB-C-Ladestandards und Power Delivery. Dort wird auch klar, warum ein USB-C-Stecker allein noch nichts über die Ladeleistung sagt.

Wann du PPS wirklich brauchst

PPS ist kein Muss für jeden. Diese Kriterien helfen dir bei der Entscheidung:

  • Dein Smartphone nennt PPS ausdrücklich. Manche Android-Smartphones der Oberklasse erreichen ihre höchste Ladestufe nur mit PPS. Ein Blick ins Datenblatt oder in die Bedienungsanleitung zeigt es dir.
  • Du lädst oft unter Zeitdruck. Wer morgens in 20 Minuten möglichst viel Akku nachladen will, profitiert am meisten von der höchsten Stufe.
  • Dein Handy wird beim Laden spürbar warm. Hier kann PPS durch weniger Umwandlungsverluste im Gerät helfen.
  • Du lädst ein Notebook. Hier zählt PPS kaum. Viel wichtiger ist, dass das Netzteil die 20-V-Stufe mit genug Leistung liefert.
  • Dein Smartphone lädt ohnehin mit rund 20 W. Dann reicht ein gutes PD-Netzteil in aller Regel aus.

Auch eine gute Nachricht für Gelegenheitsnutzer: Wer nachts lädt, merkt vom Unterschied zwischen PD und PPS praktisch nichts.

So erkennst du PD und PPS beim Kauf

Hersteller drucken die Angaben nicht immer gut lesbar auf. Mit diesen Schritten prüfst du ein Netzteil in wenigen Minuten:

  1. Typenschild lesen. Auf dem Gehäuse stehen die Ausgangsprofile, etwa „5 V ⎓ 3 A, 9 V ⎓ 2,22 A, 15 V ⎓ 1,33 A“. Das sind die festen PD-Stufen.
  2. Nach einem Spannungsbereich suchen. Steht dort zusätzlich etwas wie „3,3 bis 11 V“ mit einem Strom, ist das ein PPS-Profil. Ein Bereich statt eines festen Werts ist das typische Kennzeichen.
  3. Datenblatt prüfen. Begriffe wie „PD 3.0 mit PPS“ oder „PPS-Unterstützung“ sind eindeutig. „PD 3.0“ allein heißt noch nicht, dass PPS an Bord ist.
  4. Leistung pro Port prüfen. Bei Mehrfach-Netzteilen gilt die große Watt-Zahl oft nur für einen einzelnen Port.
  5. Auf Prüfzeichen achten. Dazu mehr im Abschnitt zur Sicherheit.

Kabel, Watt-Angaben und mehrere Ports

Oft liegt es gar nicht am Protokoll, wenn ein Gerät langsam lädt. Drei Stolperfallen kommen in der Praxis häufig vor.

Das Kabel. Ein einfaches USB-C-Kabel überträgt bis zu 3 A. Für sehr hohe Leistungen bei Notebooks braucht es ein Kabel mit eingebautem Chip, das 5 A verträgt. Für Smartphones reicht ein gutes 3-A-Kabel meist aus. Ein altes oder beschädigtes Kabel kann die Leistung aber spürbar bremsen.

Die Watt-Angabe auf der Packung. Die Tester von heise warnen davor, sich allein auf die werblich genannte Höchstleistung zu verlassen. Ein Netzteil mit „100 W“ verteilt diese Leistung bei mehreren angeschlossenen Geräten auf alle Ports. Dann bleibt für das einzelne Gerät deutlich weniger übrig.

Die richtige Spannungsstufe. Für Notebooks ist die 20-V-Stufe das entscheidende Kriterium, nicht die bloße Watt-Zahl. Für Smartphones ist es die Kombination aus PD-Profil und, falls nötig, PPS. Ein großes Netzteil ist also nicht automatisch das bessere für dein Handy.

Sicherheit: Warum geprüfte Ladetechnik zählt

Schnellladen heißt: mehr Leistung auf kleinem Raum. Damit steigen die Anforderungen an die Bauweise. Wie groß das Problem bei Billigware ist, zeigt eine Stichprobe der Marktüberwachung. Im Auftrag der Behörden im Saarland und in Rheinland-Pfalz wurden 16 online bestellte USB-C-Netzteile im Labor geprüft. Laut SGD Süd wies die Hälfte davon ernste Mängel auf, etwa unzureichende Isolierung mit Stromschlaggefahr oder ungeeignete Gehäusematerialien mit Brandgefahr.

Das CE-Zeichen allein schützt dich davor nicht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass vor der Markteinführung keine unabhängige Prüfung stattfindet. Besonders Direktversand aus Ländern außerhalb der EU fällt häufig negativ auf.

Worauf du achten kannst:

  • GS-Zeichen mit der Kennung einer unabhängigen Prüfstelle.
  • Impressum und Ansprechpartner in der EU, damit du im Ernstfall jemanden erreichst.
  • Schutzfunktionen gegen Überspannung, Kurzschluss und Überhitzung.
  • Vorsicht bei Schnäppchen: Ein Markennetzteil zum Bruchteil des üblichen Preises ist oft keins.

Wenn ein Netzteil oder eine Powerbank beim Laden ungewöhnlich heiß wird, sich verformt oder riecht: sofort vom Strom trennen und nicht weiter nutzen. Ein aufgeblähter Akku gehört nicht in den Hausmüll. Wie du ihn richtig loswirst, liest du in unserem Ratgeber zum Powerbank entsorgen in Deutschland.

Was PD und PPS für Powerbanks bedeuten

Eine Powerbank ist beides: Sie wird geladen und sie lädt selbst. Deshalb lohnt der Blick auf beide Richtungen.

Ausgang: Hier entscheidet sich, wie schnell dein Smartphone unterwegs lädt. Ein USB-C-Ausgang mit Power Delivery bringt kompatible Smartphones zügig nach oben, ganz ohne proprietären Stecker.

Eingang: Lädt die Powerbank selbst per PD, ist sie nach einer Pause im Café oder am Flughafen schneller wieder bereit.

Kabellos: Magnetisches Laden ist bequemer, arbeitet aber nach eigenen Regeln. PD und PPS gelten nur für die Kabelverbindung. Wie kabellose Standards im Vergleich abschneiden, erklären wir in unserem Beitrag Qi vs. MagSafe.

Pass-Through: Manche Powerbanks laden sich selbst und gleichzeitig dein Smartphone. Praktisch, wenn nachts nur eine Steckdose frei ist.

Unsere Powerbanks für unterwegs

Unsere EVOQEN-Powerbanks verbinden beide Welten: 20 W USB-C Power Delivery für das Laden per Kabel und 15 W kabelloses Laden mit magnetischer Ausrichtung, MagSafe-kompatibel. Dazu kommen ein Aluminium-Gehäuse, ein LED-Display für den Ladestand, Pass-Through-Charging und unsere Multi-Protect-Sicherheitsfunktionen.

  • AERO (5.000 mAh): nur 6,9 mm flach, ideal für Hörsaal, Büro und Alltag.
  • TITAN (10.000 mAh): maximale Energie für Reisen und lange Tage.
  • HSONE: die Hochglanzvariante für 49,90 €.

Wer beides will, greift zum EVOQEN Duo-Set mit AERO und TITAN. Für den Alltag in der Hosentasche passt die ultraflache EVOQEN AERO. Wir versenden aus Deutschland, du hast 30 Tage freiwilliges, kostenloses Rückgaberecht. Planst du eine Flugreise mit mehreren Akkus, lies vorher unsere Tipps zum Mitnehmen mehrerer Powerbanks.

Unsere Sicht: Worauf es beim Laden unterwegs ankommt

Wir beschäftigen uns täglich mit der Frage, wie Energie zuverlässig dorthin kommt, wo du sie brauchst. Unsere Erfahrung: Die Debatte „PPS oder PD“ wird oft größer gemacht, als sie für den Alltag ist.

Am Netzteil zu Hause kann PPS ein echter Vorteil sein, wenn dein Smartphone es für die höchste Ladestufe verlangt. Unterwegs zählen andere Dinge. Hast du überhaupt Strom dabei? Passt die Powerbank in die Tasche? Lädt sie dein Handy zuverlässig, auch ohne Kabel?

Deshalb setzen wir bei unseren Powerbanks auf 20 W USB-C Power Delivery. Das ist der universelle Standard, den aktuelle Smartphones beherrschen. Dazu kommt magnetisches Laden mit 15 W, damit du gar kein Kabel brauchst. Und wir legen Wert auf Sicherheit: Multi-Protect schützt beim Laden, das Aluminium-Gehäuse hält lange und leitet Wärme gut ab.

Unser Rat: Kauf dein Netzteil passend zu deinem Smartphone, mit PPS, wenn dein Gerät es nennt. Kauf deine Powerbank passend zu deinem Alltag, flach genug, um sie wirklich mitzunehmen. Und spar bei beidem nicht an der Sicherheit.

— Рома

Häufige Fragen

Ist PPS besser als PD?

PPS ist kein Gegenstück zu PD, sondern ein Teil davon. Es regelt Spannung und Strom feiner und kann so Wärme im Gerät senken. Besser ist es nur, wenn dein Gerät PPS auch unterstützt. Sonst lädt es mit normalem PD genauso schnell.

Kann ich ein PPS-Netzteil für jedes USB-C-Gerät nutzen?

Ja. Ein PPS-Netzteil beherrscht auch die festen PD-Profile und fällt automatisch darauf zurück. Geräte ohne PPS laden also ganz normal. Wichtig ist nur, dass das Netzteil genug Leistung für dein Gerät liefert.

Woran sehe ich, ob mein Smartphone PPS braucht?

Schau ins Datenblatt oder in die Bedienungsanleitung. Steht dort, dass die höchste Ladestufe PPS oder „PD 3.0 PPS“ voraussetzt, lohnt sich ein passendes Netzteil. Fehlt der Hinweis, reicht ein gutes PD-Netzteil.

Was ist ein PD-Charger?

Ein PD-Charger ist ein Ladegerät, das USB Power Delivery unterstützt. Es handelt mit dem Gerät aus, welche Spannung sicher ist, und liefert dann mehr als die üblichen 5 V. So laden Smartphones, Tablets und Notebooks über denselben USB-C-Anschluss schnell.

Lädt eine Powerbank mit PD mein Smartphone schnell?

Ja, wenn Powerbank, Kabel und Smartphone Power Delivery unterstützen. Eine Powerbank mit 20 W PD bringt kompatible Smartphones zügig nach oben. Für Geräte mit sehr hohen Ladestufen ist zu Hause ein passendes Netzteil die schnellste Lösung.

Quellen

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